Frau trinkt mit zurückgelegtem Kopf ein Glas Wasser vor einem hellen Fenster (KI-generierte Darstellung)

Magnesium Bisglycinat Wirkung: Warum die Glycinat-Form so verträglich ist

Magnesiumbisglycinat ist eine Verbindung aus dem Mineralstoff Magnesium und der Aminosäure Glycin. „Bisglycinat“ beschreibt also die chemische Form, nicht eine eigene Wirkung. Für Magnesium selbst hat die EFSA mehrere Funktionen im Körper bestätigt, die wir hier wörtlich zitieren. Warum viele gerade die Glycinat-Form als besonders magenfreundlich schätzen, klären wir Schritt für Schritt.

Was ist Magnesiumbisglycinat?

Magnesiumbisglycinat, oft auch Magnesium-Bisglycinat oder Magnesiumglycinat geschrieben, ist ein sogenanntes Chelat. Das Wort stammt vom griechischen „chelé“ für Krebsschere und beschreibt bildlich, wie ein Magnesium-Ion von zwei Glycin-Molekülen wie mit einer Zange umschlossen wird. „Bis“ ist Latein für „zwei“, daher der Name: ein Magnesium, zwei Glycin.

Glycin ist die kleinste der zwanzig proteinbildenden Aminosäuren. Der Körper baut sie selbst und nutzt sie als Baustein für Eiweiße. In der Bisglycinat-Verbindung dient sie als Träger, der das Mineral bis in den Darm begleitet. Genau diese Bindung ist der Grund, warum die Form chemisch anders eingeordnet wird als etwa Magnesiumoxid, ein simples Salz aus Magnesium und Sauerstoff.

Solche Chelate wurden entwickelt, um Mineralstoffe in eine Form zu bringen, die der Verdauungstrakt leichter aufnimmt als klassische anorganische Salze. Neben „Bisglycinat“ begegnet dir gelegentlich die Bezeichnung „Magnesium-Diglycinat“. Gemeint ist dasselbe Molekül: ein Magnesium-Zentrum mit zwei Glycin-Resten.

Naturweiße Magnesiumbisglycinat-Kapseln auf einer hellen Keramikschale am Fenster

Magnesium und seine Wirkung: das sagt die EFSA

Wer „Magnesium Bisglycinat Wirkung“ in die Suche tippt, will meist wissen, was das Präparat im Körper tut. Ehrlich beantwortet: Die zugelassenen Aussagen beziehen sich auf Magnesium als Nährstoff, nicht auf ein Marketing-Versprechen rund um die Glycinat-Form.

Hier trennt sich Magnesium klar von pflanzlichen Extrakten. Für Botanicals wie Ashwagandha oder OPC sind in der EU keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen. Magnesium dagegen ist ein essenzieller Mineralstoff mit anerkannten Funktionen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat sie geprüft, die EU-Kommission hat eine Reihe von Aussagen offiziell zugelassen. Diese dürfen wortwörtlich verwendet werden, und nur so zitieren wir sie:

  • Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.*
  • Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei.*
  • Magnesium trägt zur normalen Funktion des Nervensystems bei.*
  • Magnesium trägt zur normalen psychischen Funktion bei.*
  • Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.*
  • Magnesium trägt zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne bei.*

* Zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach der EU-Verordnung (EG) Nr. 432/2012.

Auf den genauen Wortlaut kommt es an. „Trägt zu … bei“ ist zugelassen, freiere Umschreibungen sind es nicht. Alle Magnesium-Aussagen lassen sich im EU-Register für nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben selbst nachschlagen. Die Angaben beziehen sich immer auf den Mineralstoff Magnesium, egal ob er als Bisglycinat, Citrat oder Oxid vorliegt. Voraussetzung ist, dass eine Tagesportion mindestens 15 Prozent des Referenzwerts liefert.

Warum die Glycinat-Form als verträglich gilt

Der eigentliche Unterschied zwischen den Magnesiumformen liegt weniger in der Funktion des Minerals als in Handhabung und Verträglichkeit. Zwei Stichworte fallen bei Bisglycinat immer wieder: Bioverfügbarkeit und Magenfreundlichkeit.

Bioverfügbarkeit beschreibt, welcher Anteil eines aufgenommenen Stoffes tatsächlich ins Blut gelangt und dem Körper zur Verfügung steht. Bei Mineralstoffen hängt das stark von der Verbindung ab. Als Chelat ist das Magnesium bereits an eine Aminosäure gebunden und muss im Darm nicht erst aus einem anorganischen Salz herausgelöst werden. Diese gebundene Form gilt als gut bioverfügbar.

Der zweite Punkt betrifft den Magen. Magnesiumoxid und andere anorganische Salze ziehen im Darm osmotisch Wasser an, was in höherer Dosis abführend sein kann. Manche Menschen reagieren darauf empfindlich. Die Glycinat-Form gilt als besonders magenfreundlich, weil das gebundene Magnesium den Verdauungstrakt schonender passiert. Das ist auch der Grund, warum viele die Bisglycinat-Form für die Einnahme am Abend oder in höheren Mengen wählen.

Ruhige Abendroutine mit einem Glas Wasser auf dem Nachttisch bei warmem Lampenlicht

Magnesiumformen im Vergleich

Die drei am häufigsten angebotenen Magnesiumverbindungen unterscheiden sich in ihrer chemischen Natur und im Anteil an reinem, elementarem Magnesium. Die Übersicht ordnet sie rein sachlich ein, ohne eine Form als „besser“ zu bewerten.

Form Chemische Art Elementarer Magnesium-Anteil Besonderheit
Magnesiumbisglycinat Chelat, an Glycin gebunden ca. 14 % gilt als gut bioverfügbar und magenfreundlich
Magnesiumcitrat organisches Salz der Citronensäure ca. 16 % gut wasserlöslich, häufig in Pulvern
Magnesiumoxid anorganisches Salz ca. 60 % hoher Magnesium-Anteil, in höherer Dosis abführend

Der hohe Magnesium-Anteil von Oxid sagt für sich genommen wenig darüber aus, wie viel davon der Körper aufnimmt. Genau hier setzt das Argument für die gebundenen Formen an. Weitere Präparate findest du in unserer Kategorie Vitamine & Mineralien.

Wie viel Magnesium am Tag?

Für Magnesium gibt es einen offiziellen Referenzwert, den Nährstoffbezugswert (NRV). Er liegt in der EU bei 375 mg pro Tag und dient als Bezugsgröße für die Prozentangabe auf der Verpackung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt je nach Alter und Geschlecht Schätzwerte in einer ähnlichen Größenordnung.

Unsere Magnesium Bisglycinat Kapseln enthalten 2.250 mg Magnesium-Bisglycinat pro Tagesdosis von drei Kapseln, in veganer Hülle und ohne künstliche Zusatzstoffe. Die Dose reicht bei dieser Dosierung für rund zwei Monate. Wie viel Magnesium für dich sinnvoll ist, hängt von deiner Ernährung ab: Vollkorn, Nüsse, Hülsenfrüchte und grünes Gemüse liefern von Natur aus Magnesium.

Ein paar Zahlen zur Einordnung: 100 g Kürbiskerne enthalten grob 400 mg Magnesium, Haferflocken rund 140 mg pro 100 g, eine Handvoll Mandeln etwa 70 mg. Über eine abwechslungsreiche Kost lässt sich der Bedarf also gut decken. Wer viel Sport treibt und dabei stark schwitzt, gibt zusätzlich Magnesium über den Schweiß ab, weshalb der tägliche Bedarf individuell schwankt.

Magnesiumreiche Naturlebensmittel: Spinat, Kürbiskerne, Mandeln, Haferflocken und dunkle Schokolade

So wird Magnesiumbisglycinat eingenommen

Magnesiumbisglycinat gibt es meist als Kapsel oder Pulver. Bei Kapseln wird die Tagesmenge häufig auf zwei bis drei Stück verteilt, oft zu einer Mahlzeit und mit einem Glas Wasser. Weil die Glycinat-Form als magenfreundlich gilt, entscheiden sich viele für die Einnahme am Abend. Das sind praktische Hinweise zur Handhabung, keine gesundheitliche Empfehlung.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Wenn du dauerhaft Medikamente einnimmst, eine eingeschränkte Nierenfunktion hast, schwanger bist oder stillst, halte vor der Einnahme kurz Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Hand mit einem Glas Wasser und einer Kapsel auf der Küchenarbeitsplatte im hellen Morgenlicht

Häufige Fragen zu Magnesiumbisglycinat

Welche Wirkung hat Magnesiumbisglycinat?

Die Wirkung geht vom Mineralstoff Magnesium aus, nicht von der Bisglycinat-Form an sich. Für Magnesium hat die EFSA mehrere Funktionen bestätigt, zum Beispiel: Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei. Magnesium trägt zur normalen Funktion des Nervensystems bei. Die Glycinat-Form beschreibt lediglich, wie das Magnesium chemisch gebunden ist.

Wie schnell nimmt der Körper Magnesiumbisglycinat auf?

Dazu gibt es keine feste Zeitangabe. Als Chelat muss das Magnesium im Darm nicht erst aus einem Salz gelöst werden, weshalb die Form als gut bioverfügbar gilt. Wie schnell und wie viel aufgenommen wird, hängt aber von der Dosis, der Ernährung und dem individuellen Bedarf ab. Ein pauschales „nach X Minuten“ lässt sich seriös nicht angeben.

Wofür ist Magnesiumbisglycinat gut?

Bisglycinat ist eine besonders gut verträgliche Form, Magnesium aufzunehmen. Für den Mineralstoff selbst gelten die zugelassenen EFSA-Aussagen. Zwei Beispiele im genauen Wortlaut: Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei. Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei. Gewählt wird die Glycinat-Form vor allem von Menschen, die andere Magnesiumformen als magenbelastend empfinden.

Ist Magnesiumbisglycinat besser als Magnesiumoxid?

Pauschal lässt sich das nicht sagen, es kommt auf das Ziel an. Oxid hat einen deutlich höheren Anteil an reinem Magnesium pro Milligramm, gilt aber als schlechter löslich und kann in höherer Dosis abführend sein. Bisglycinat liefert weniger elementares Magnesium pro Milligramm, gilt dafür als gut bioverfügbar und magenfreundlich. Für die zugelassenen Magnesium-Aussagen zählt am Ende die aufgenommene Menge, nicht die Form.

Warum ist Magnesiumbisglycinat an Glycin gebunden?

Die Bindung an zwei Glycin-Moleküle macht aus dem Mineral ein Chelat. In dieser Form liegt das Magnesium organisch gebunden vor und muss im Darm nicht erst aus einem anorganischen Salz freigesetzt werden. Glycin selbst ist eine körpereigene Aminosäure und dient in der Verbindung als Träger.

Quelle: Gröber U. et al., „The Importance of Magnesium in Clinical Healthcare“, Scientifica (2017), via NIH/PMC

Über den Autor

Kilian Lamothe, Geschäftsführer von Green Helpers. Mit Green Helpers bringt er vegane Nahrungsergänzung auf den Markt, die im Labor auf Reinheit und Gehalt geprüft wird. In den Beiträgen dieses Blogs erklärt er Inhaltsstoffe und Herkunft sachlich und hält sich bei gesundheitsbezogenen Aussagen streng an die geltenden Vorgaben.

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