Ashwagandha: Was die Wurzel ist und woher sie kommt
Share
Ashwagandha gehört zu den Produkten im Supplementbereich, die in den vergangenen Jahren enorm an Beliebtheit gewonnen haben. Dabei ist dieser kleine immergrüne Strauch in Indien seit vielen Jahren bekannt und fest in der ayurvedischen Tradition verankert. Ashwagandha bzw. wissenschaftlich „Withania Somnifera“ wird auch als Schlafbeere, indischer Ginseng und Winterkirsche bezeichnet. Die Wurzeln und Beeren des Strauchs werden seit Jahrtausenden in ayurvedischen Rezepturen verwendet.
Was ist über die Inhaltsstoffe von Ashwagandha und die Studienlage bekannt?
Wie bei den meisten Nahrungsergänzungsmitteln ist die Studienlage im Fall von Ashwagandha uneindeutig. Es existieren einzelne Laborexperimente (u.a. in Zellen und Organen), deren Ergebnisse bislang jedoch nicht in Studien am Menschen bestätigt wurden. Aussagekräftige, breit angelegte Humanstudien fehlen bis heute.
In einer Reihe wissenschaftlicher Analysen konnten über 30 chemische Bestandteile in Ashwagandha nachgewiesen werden. Neben Saponinen, Alkaloiden und Eisen besteht Ashwagandha überwiegend aus chemischen Verbindungen, die als Withanolide bezeichnet werden. Diese wiederum sind Steroidlactone, die durch die Oxidation aus pflanzlichen Steroiden entstehen und als sekundäre Pflanzenstoffe bezeichnet werden. In der ayurvedischen Tradition wird die Wurzel seit Jahrtausenden verwendet und ist dort fester Bestandteil zahlreicher überlieferter Rezepturen.
Insgesamt sind Studien mit Menschen in weit größerem Umfang notwendig, bevor sich belastbare Aussagen zu Ashwagandha treffen lassen. Bis dahin bleibt die Pflanze vor allem als traditioneller Bestandteil der ayurvedischen Lehre interessant.
Sind Nebenwirkungen von Ashwagandha bekannt und wie können diese vermieden werden?
Ähnlich wie die überlieferten Anwendungen sind auch die Nebenwirkungen von Ashwagandha für den menschlichen Organismus noch nicht hinlänglich erforscht. Es kann jedoch mit großer Sicherheit gesagt werden, dass die Einnahme über einen Zeitraum von bis zu 3 Monaten unbedenklich ist.
Unverhältnismäßig große Mengen, die weit über der angegebenen empfohlenen Tagesdosis liegen, können allerdings zu Magenbeschwerden, Durchfall und Erbrechen führen. Interessierte sollten vor der Einnahme ihren Arzt oder einen Ernährungsberater aufzusuchen. In jedem Fall darf die empfohlene Tagesdosis nicht überschritten werden.
Ob stillende Mütter, die Ashwagandha einnehmen, die Inhaltsstoffe in die Muttermilch abgeben können, ist bis heute weder erwiesen noch widerlegt. Ebenso sind die Auswirkungen von Ashwagandha bei stillenden Müttern und Säuglingen unbekannt. Daher raten wir werdenden und stillenden Müttern unbedingt von der Einnahme ab!
Fazit
Die jahrtausendelange Verwendung von Ashwagandha hat ohne Frage ihre kulturelle Berechtigung und macht die Wurzel bis heute zu einem festen Bestandteil der ayurvedischen Tradition. Die zunehmende Beliebtheit auch in westlichen Gesellschaften dürfte demnach weit mehr als eine Modeerscheinung sein. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass die Nachfrage und damit die Zahl derjenigen, die Ashwagandha regelmäßig als Teil ihrer Routine einnehmen, noch weiter steigen wird.
Für Ashwagandha sind in der EU derzeit keine gesundheitsbezogenen Angaben (Health Claims) zugelassen. Die genannten Punkte beschreiben Herkunft und Tradition und stellen keine Aussagen über eine gesundheitliche Wirkung dar.
Über den Autor
Kilian Lamothe, Geschäftsführer von Green Helpers. Mit Green Helpers bringt er vegane Nahrungsergänzung auf den Markt, die im Labor auf Reinheit und Gehalt geprüft wird. In den Beiträgen dieses Blogs erklärt er Inhaltsstoffe und Herkunft sachlich und hält sich bei gesundheitsbezogenen Aussagen streng an die geltenden Vorgaben.