Hände eines indischen Landwirts ziehen eine helle Wurzel aus trockener rotbrauner Erde

Ashwagandha: Die Pflanze Withania somnifera und ihre Herkunft

Ashwagandha ist der ayurvedische Name für Withania somnifera, einen kleinen Strauch aus der Familie der Nachtschattengewächse. Verwendet wird davon in aller Regel die Wurzel, nicht das Blatt und nicht die Beere. Dieser Text bleibt bei der Pflanze selbst: wie sie aussieht, woher der Name kommt, wo sie angebaut wird und was auf einer Zutatenliste den Unterschied macht.

Was für eine Pflanze das ist

Withania somnifera gehört zu den Solanaceae, den Nachtschattengewächsen. Die nächsten Verwandten im Supermarkt sind Tomate, Kartoffel, Paprika und Physalis. Wer die Physalis kennt, erkennt die Pflanze auf einem Foto sofort wieder: Die reife Frucht steckt in einer papierartigen Hülle, genau wie die Lampionfrucht.

Der Strauch wird je nach Standort etwa 30 bis 150 Zentimeter hoch, hat graugrüne, fein behaarte Blätter und unscheinbare gelbgrüne Blüten. Daraus werden kleine rote Beeren. Unter der Erde sitzt das, worum es geht: eine helle, fleischige Pfahlwurzel, die getrocknet fast weißlich wird.

Die charakteristischen Inhaltsstoffe der Pflanze heißen Withanolide. Das sind Steroidlaktone, also eine bestimmte Klasse von Pflanzenstoffen. Ihr Gehalt schwankt mit Sorte, Standort und Erntezeitpunkt, weshalb Extrakte oft darauf standardisiert werden.

Woher der Name kommt

„Ashwagandha" setzt sich im Sanskrit aus ashva (Pferd) und gandha (Geruch) zusammen. Der Grund ist nicht poetisch, sondern schlicht beschreibend: Die frische Wurzel riecht deutlich streng, viele sagen stallartig. Dieser Geruch hält sich auch im getrockneten Pulver, wenn auch schwächer.

Im Deutschen heißt die Pflanze Schlafbeere, was auf den botanischen Zusatz somnifera zurückgeht. Der ebenfalls verbreitete Handelsname „indischer Ginseng" ist botanisch schlicht falsch: Echter Ginseng gehört zur Gattung Panax und zu einer anderen Pflanzenfamilie.

Anbauregionen und Ernte

Der größte Teil der Handelsware stammt aus Indien. Als Kernregionen gelten Madhya Pradesh und Rajasthan, dazu Gujarat, Haryana und Maharashtra. Aus der Gegend um Nagaur in Rajasthan kommt die als „Nagori" gehandelte Ware, die traditionell als besonders feinwurzelig gilt. Natürlich vorkommend ist die Art außerdem in Teilen Nordafrikas, im Nahen Osten und im westlichen Mittelmeerraum.

Die Pflanze mag es trocken und warm und kommt auf mageren, sandigen Böden zurecht. Gepflanzt wird meist mit dem Monsun, geerntet nach etwa sechs bis acht Monaten in der Trockenzeit. Die Wurzeln werden ausgegraben, gewaschen, vom Kraut getrennt, in Stücke geschnitten und an der Luft getrocknet. Erst danach wird gemahlen.

Wichtig für die spätere Qualität ist der Trocknungsschritt. Zu langsam getrocknete Wurzeln schimmeln, zu heiß getrocknete verlieren Farbe und Geruch.

Wurzel oder Blatt

In der ayurvedischen Tradition ist die Wurzel das Verwendungsteil. Blätter und Beeren wurden anders und deutlich seltener eingesetzt. Diese Trennung ist bis heute relevant, denn Wurzel und Blatt haben ein unterschiedliches Inhaltsstoffprofil. Im Blatt findet sich zum Beispiel deutlich mehr Withaferin A.

Für dich als Käufer heißt das: Die Zutatenliste sollte ausdrücklich Wurzelpulver oder Wurzelextrakt nennen. Steht dort nur „Ashwagandha", „Kraut" oder „ganze Pflanze", ist offen, was tatsächlich im Beutel ist. Das ist der eine Punkt auf der Rückseite, den man sich merken sollte.

Wurzelpulver oder Extrakt

Wurzelpulver ist die getrocknete, gemahlene Wurzel, ein Gramm Pulver entspricht einem Gramm Wurzel. Ein Extrakt entsteht, wenn die Wurzel ausgezogen und der Auszug getrocknet wird, angegeben über ein Verhältnis wie 10:1. Keines von beiden ist automatisch das bessere Produkt, sie sind schlicht verschieden weit vom Ausgangsmaterial entfernt. Wir arbeiten bei unseren Artikeln mit dem Wurzelpulver.

Ausführlicher haben wir diesen Unterschied am Beispiel einer anderen Wurzel beschrieben, in Kurkuma und Curcumin: der Unterschied. Bei uns gibt es die Ashwagandha-Wurzel als Bio Ashwagandha Pulver und portioniert als Bio Ashwagandha Kapseln.

Der Blick auf die Rückseite

Drei Dinge entscheiden, ob du gutes Material vor dir hast, und sie bauen aufeinander auf.

Am Anfang steht das Pflanzenteil, siehe oben: Wurzel, ausdrücklich benannt. Stimmt das nicht, brauchst du über den Rest nicht nachzudenken.

Dann kommen die Rückstände. Ashwagandha wächst in Regionen, in denen Pestizide und Schwermetalle ein Thema sind, und ein Bio-Siegel beschreibt die Anbauweise, nicht die Gehalte im fertigen Pulver. Die Frage nach der Chargenanalyse kostet eine E-Mail.

Zuletzt die Sensorik, der einzige Punkt, den du selbst prüfen kannst. Gutes Wurzelpulver ist hellbeige bis cremefarben und riecht kräftig erdig. Grauliches, geruchsarmes Pulver deutet auf lange Lagerung hin. Der Geruch ist gewöhnungsbedürftig, das gehört aber dazu.

Was die Forschung zu dieser Pflanze bislang untersucht hat, steht in einem eigenen Beitrag: Ashwagandha und die Studienlage zur Schlafbeere. Die Produkte selbst findest du in der Kategorie Shilajit & Ashwagandha.

Häufige Fragen

Was für eine Pflanze ist Ashwagandha?

Ashwagandha ist der ayurvedische Name für Withania somnifera, einen 30 bis 150 Zentimeter hohen Strauch aus der Familie der Nachtschattengewächse. Verwandt ist die Art mit Tomate, Kartoffel und Physalis. Die reife Beere steckt wie bei der Physalis in einer papierartigen Hülle.

Woher kommt der Name Ashwagandha?

Aus dem Sanskrit, aus ashva für Pferd und gandha für Geruch. Der Name beschreibt schlicht den strengen, stallartigen Geruch der frischen Wurzel. Im Deutschen heißt die Pflanze Schlafbeere.

Wo wird Ashwagandha angebaut?

Der größte Teil der Handelsware stammt aus Indien, vor allem aus Madhya Pradesh und Rajasthan, dazu Gujarat, Haryana und Maharashtra. Natürlich vorkommend ist die Art außerdem in Teilen Nordafrikas, im Nahen Osten und im westlichen Mittelmeerraum.

Wird die Wurzel oder das Blatt verwendet?

Traditionell und bei den meisten Produkten die Wurzel. Wurzel und Blatt unterscheiden sich im Inhaltsstoffprofil, im Blatt findet sich zum Beispiel deutlich mehr Withaferin A. Auf der Zutatenliste sollte deshalb ausdrücklich Wurzelpulver oder Wurzelextrakt stehen.

Was ist der Unterschied zwischen Wurzelpulver und Extrakt?

Wurzelpulver ist die getrocknete, gemahlene Wurzel im Verhältnis eins zu eins. Ein Extrakt entsteht, wenn die Wurzel mit Wasser oder Alkohol ausgezogen und der Auszug getrocknet wird, angegeben über ein Verhältnis wie 10:1. Der Extrakt ist konzentrierter, dafür weiter vom Ausgangsmaterial entfernt.

Ist Ashwagandha dasselbe wie Ginseng?

Nein. Die Bezeichnung „indischer Ginseng" ist ein Handelsname und botanisch irreführend. Echter Ginseng gehört zur Gattung Panax und zu einer anderen Pflanzenfamilie, Ashwagandha zu den Nachtschattengewächsen.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.

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