Shilajit oder Mumijo: Woher die zwei Namen kommen
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Shilajit und Mumijo bezeichnen dasselbe Material: eine dunkle, harzartige Masse, die in Hochgebirgen aus Gesteinsspalten austritt. Der Unterschied liegt nur in der Sprache. Shilajit stammt aus dem Sanskrit, Mumijo aus dem russisch-zentralasiatischen Raum. Wer beide Wörter auf zwei Dosen liest, hat also nicht zwei Rohstoffe vor sich, sondern zwei Traditionen, die denselben Stoff benannt haben.
Zwei Namen, ein Material
Shilajit ist ein Sanskritwort. Es setzt sich aus shila (Fels, Stein) und jatu (Harz, Pech) zusammen, wörtlich also so etwas wie „Felsharz". In populären Texten liest man oft die freiere Übersetzung „Bezwinger der Felsen" oder „Schweiß des Berges". Beide Varianten geben dasselbe Bild wieder: ein zähes Material, das scheinbar aus dem Stein selbst kommt.
Mumijo geht auf das persische mum für Wachs zurück. Über das Persische kam der Begriff in die zentralasiatischen und russischen Sprachen. Im Deutschen taucht er vor allem seit den 1960er- und 1970er-Jahren auf, als sowjetische Fachliteratur zum Altai-Material übersetzt wurde. Ältere Apothekenbücher führen daneben noch Bezeichnungen wie Bergwachs oder Asphaltum.
Welcher Name auf einer Verpackung steht, verrät meistens die Handelsroute. Ware aus Indien, Nepal oder Pakistan wird als Shilajit verkauft, Ware aus dem Altai oder aus Kirgistan als Mumijo. Der Stoff dahinter ist derselbe.
In welchen Gebirgen es vorkommt
Das bekannteste Herkunftsgebiet ist der Himalaya, weshalb sich der Zusatz „Himalaya" im Handel eingebürgert hat. Beschrieben ist das Material aber aus einem deutlich größeren Gürtel: Karakorum und Hindukusch, Pamir, Tian Shan, Altai, Kaukasus, außerdem einzelne Fundstellen in Iran, Afghanistan und der Mongolei.
Gemeinsam ist diesen Regionen die Höhe. Die meisten Fundstellen liegen zwischen etwa 1.000 und 5.000 Metern, in steilen, schwer zugänglichen Felswänden. Genau das erklärt, warum das Material nie industriell im großen Stil gefördert wurde, sondern in kleinen Mengen von Hand.
Wie das Harz entsteht
Shilajit ist weder ein Mineral noch ein Pflanzenauszug, sondern etwas dazwischen. Über sehr lange Zeiträume gelangt Pflanzenmaterial in Felsspalten: Moose, Flechten, Wurzelreste, harzhaltige Kräuter. Dort wird es eingeschlossen, kaum belüftet, gepresst und von Mikroorganismen umgesetzt. Es entsteht eine humusartige organische Masse.
Aus dieser Masse stammen die Huminstoffe, zu denen auch die viel zitierte Fulvinsäure gehört. Fulvinsäure ist kein einzelner Stoff mit fester Formel, sondern eine Sammelbezeichnung für kleinere, wasserlösliche Huminstoffe. Aus dem umgebenden Gestein kommen mineralische Bestandteile dazu.
Im Sommer wird die Masse durch die Wärme weicher und tritt aus den Spalten aus. Das ist der Moment, in dem gesammelt wird. Weil Pflanzenbewuchs und Gestein von Tal zu Tal verschieden sind, unterscheidet sich auch die Zusammensetzung. Zwei Chargen aus zwei Regionen sehen im Laborbericht nicht gleich aus. Das ist keine Schlamperei, sondern Naturprodukt.
Sammeln und Reinigen
Gesammelt wird von Hand, oft von Familien, die dieselben Felswände über Generationen abgehen. Was vom Fels kommt, ist Rohmaterial: Harz, vermischt mit Sand, Steinsplittern und Pflanzenresten.
Die traditionelle Reinigung ist im Prinzip simpel. Das Rohmaterial wird in warmem Wasser gelöst, die unlöslichen Bestandteile setzen sich ab oder werden über Tücher abfiltriert, danach lässt man das Wasser verdunsten, bis wieder eine zähe Masse übrig bleibt. Moderne Verarbeitung macht dasselbe, nur mit kontrollierter Temperatur und mehreren Filterschritten.
Der Vorgang sagt viel über die Qualität aus. Je sorgfältiger filtriert wird, desto weniger Fremdmaterial bleibt zurück. Je heißer und schneller getrocknet wird, desto mehr verändert sich das Material.
Harz, Pulver, Kapsel
Im Handel begegnen dir drei Formen. Das Harz ist die traditionelle: eine dunkle, klebrige Masse, die bei Zimmertemperatur zäh ist und in der Hand weich wird. Ehrlich gesagt ist sie unpraktisch. Man braucht ein Löffelchen, das Zeug hängt am Glas, und wer es einmal am Küchentisch verteilt hat, macht es kein zweites Mal.
Pulver entsteht, wenn der wässrige Auszug schonend getrocknet wird. Es lässt sich leichter dosieren, ist aber weiter von der ursprünglichen Form entfernt. Kapseln enthalten dieses Pulver portioniert. Bequem, dafür sieht man das Produkt nicht mehr.
Bei uns findest du beides: das Himalaya Shilajit Harz und die Mumijo Shilajit Kapseln.
Herkunftsangaben richtig lesen
Weil dieses Material aus einer bestimmten Felswand kommt und nicht aus einem Feld, hängt fast alles an der Herkunftsangabe. „Aus dem Himalaya" ist keine Angabe, sondern ein Bild, das auf ein Gebiet von über zweitausend Kilometern Länge zeigt. Brauchbar wird es erst, wenn Region und ungefähre Höhenlage genannt sind, weil sich Zusammensetzung und Begleitgestein von Tal zu Tal unterscheiden.
Genauso häufig missverstanden wird die Prozentangabe zur Fulvinsäure. Sie ist für sich genommen wertlos, weil verschiedene Prüfmethoden bei derselben Probe verschiedene Werte liefern. Erst zusammen mit der genannten Methode lässt sich überhaupt vergleichen.
Alles Weitere, was beim Kauf zählt, vor allem die Chargenanalyse auf Blei, Cadmium, Arsen und Quecksilber, haben wir in zwei eigenen Beiträgen aufgearbeitet: Shilajit Nebenwirkungen geht auf Verträglichkeit und Einschränkungen ein, Shilajit: Was die Studienlage zum Himalaya-Harz hergibt auf den Stand der Forschung. Die Produkte selbst stehen in der Kategorie Shilajit & Ashwagandha.
Häufige Fragen
Ist Shilajit dasselbe wie Mumijo?
Ja. Es sind zwei Namen für dasselbe Material aus zwei Sprachräumen. Shilajit ist die aus dem Sanskrit stammende Bezeichnung, Mumijo die im russisch-zentralasiatischen Raum gebräuchliche. Welcher Name auf der Packung steht, hängt meist an der Herkunftsregion der Ware.
Was bedeutet das Wort Shilajit wörtlich?
Es setzt sich im Sanskrit aus shila für Fels oder Stein und jatu für Harz oder Pech zusammen, wörtlich also Felsharz. Verbreitet sind auch die freieren Übersetzungen „Bezwinger der Felsen" und „Schweiß des Berges".
In welchen Gebirgen kommt Shilajit vor?
Beschrieben ist es aus Himalaya, Karakorum, Hindukusch, Pamir, Tian Shan, Altai und Kaukasus, dazu einzelne Fundstellen in Iran, Afghanistan und der Mongolei. Die meisten Fundstellen liegen zwischen rund 1.000 und 5.000 Metern Höhe.
Ist Shilajit ein Mineral oder ein Pflanzenprodukt?
Weder noch, genau genommen. Es entsteht aus eingeschlossenem Pflanzenmaterial, das über sehr lange Zeit in Felsspalten umgesetzt wird, und nimmt dabei mineralische Bestandteile aus dem umgebenden Gestein auf. Fachlich wird es deshalb als organisch-mineralisches Naturprodukt beschrieben.
Was ist Fulvinsäure?
Fulvinsäure ist keine einzelne Substanz mit fester Formel, sondern eine Sammelbezeichnung für kleinere, wasserlösliche Huminstoffe. Sie entstehen beim langsamen Abbau von Pflanzenmaterial. Angaben zum Gehalt sind nur zusammen mit der verwendeten Prüfmethode vergleichbar.
Worin unterscheiden sich Harz, Pulver und Kapseln?
Das Harz ist die traditionelle Form, zäh und klebrig, dafür am wenigsten verarbeitet. Pulver entsteht durch schonendes Trocknen des wässrigen Auszugs und lässt sich leichter abmessen. Kapseln enthalten dieses Pulver bereits portioniert und sind vor allem eine Frage der Bequemlichkeit.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.