Ashwagandha-Wurzeln und Wurzelpulver in Holzschale

Ashwagandha Wirkung: Was die Schlafbeere ist und was Studien zeigen

Ashwagandha (Withania somnifera) ist ein Nachtschattengewächs aus Indien, dessen Wurzel in der ayurvedischen Tradition seit Jahrhunderten genutzt wird. Bekannt ist die Pflanze auch als Schlafbeere und wird oft den sogenannten Adaptogenen zugeordnet. Für Ashwagandha sind in der EU keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen. Dieser Beitrag ordnet Herkunft, Inhaltsstoffe und die Studienlage sachlich ein.

Was ist Ashwagandha eigentlich?

Ashwagandha ist der geläufige Name für Withania somnifera, eine Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Botanisch ist sie damit mit Tomate, Kartoffel und Paprika verwandt. Der Name Ashwagandha stammt aus dem Sanskrit und wird meist mit "Geruch des Pferdes" übersetzt, ein Hinweis auf den charakteristischen Geruch der frischen Wurzel. Verwendet wird vor allem die Wurzel, seltener die Blätter.

Getrocknete Ashwagandha-Wurzeln auf hellem Leinentuch, Withania somnifera

Zu den typischen Inhaltsstoffen zählen die Withanolide, eine Gruppe pflanzlicher Steroidlaktone, dazu kommen Saponine, Alkaloide und Flavonoide. Die Withanolide gelten als charakteristische Leitsubstanzen der Pflanze, und viele Extrakte werden nach ihrem Gehalt standardisiert. Unsere Bio Ashwagandha Kapseln bestehen aus reinem Wurzelpulver, 180 vegane Kapseln mit je 500 mg, glutenfrei und ohne unnötige Zusätze.

Schlafbeere, Winterkirsche, Indischer Ginseng: die Herkunft

Im Deutschen trägt die Pflanze mehrere Namen. "Schlafbeere" ist die Übersetzung des lateinischen Artnamens somnifera, was so viel wie "schlafbringend" bedeutet. Der Name stammt aus der wissenschaftlichen Benennung der Pflanze und beschreibt sie botanisch, er ist kein belegter Effekt der Kapseln. Weitere gebräuchliche Namen sind Winterkirsche, wegen der kleinen roten Früchte, und Indischer Ginseng, obwohl Ashwagandha mit dem echten Ginseng gar nicht verwandt ist.

Ashwagandha-Pflanze mit roten Beeren auf einem sonnigen Feld

Beheimatet ist Withania somnifera in trockenen Regionen Indiens, Pakistans und Teilen Afrikas. In der ayurvedischen Tradition zählt die Wurzel zu den Rasayanas, einer Gruppe von Pflanzen, die dort seit über 2.000 Jahren als kräftigende Mittel beschrieben werden. Diese Einordnung ist kulturgeschichtlich spannend und erklärt die lange Verwendung. Eine gesundheitsbezogene Aussage im Sinne des EU-Rechts ist sie nicht.

Was ein Adaptogen ist und was nicht

Der Begriff Adaptogen ist älter, als viele denken. Geprägt hat ihn 1947 der sowjetische Toxikologe Nikolai Lazarev, der damit Stoffe beschrieb, welche die Belastbarkeit eines Organismus gegenüber verschiedenen Reizen erhöhen sollten. Sein Kollege Israel Brekhman entwickelte die Idee in den folgenden Jahrzehnten weiter und legte Kriterien fest, die eine solche Pflanze erfüllen sollte. Ashwagandha wird in dieser Tradition regelmäßig zu den Adaptogenen gezählt, zusammen mit Rosenwurz oder Ginseng.

Wichtig für die richtige Einordnung: "Adaptogen" ist ein Begriff aus Forschung und Tradition, keine von der EU anerkannte oder rechtlich definierte Kategorie. In der europäischen Lebensmittelkennzeichnung taucht das Wort als zugelassene Aussage nicht auf. Wer Ashwagandha als Adaptogen bezeichnet, benennt also eine historische Einordnung, kein geprüftes Leistungsversprechen.

Was die Forschung zu Ashwagandha untersucht

Ashwagandha gehört zu den intensiver untersuchten Pflanzenrohstoffen der letzten Jahre. Zahlreiche Arbeiten haben die Withanolide chemisch beschrieben, ihren Gehalt in verschiedenen Wurzeln und Extrakten gemessen und das Verhalten der Pflanzenstoffe in Labormodellen betrachtet. Auch klinische Studien am Menschen wurden veröffentlicht, häufig mit standardisierten Extrakten und über Zeiträume von einigen Wochen.

Für Kennzeichnung und Werbung gilt in der EU trotzdem eine klare Grenze. Für Ashwagandha ist keine einzige gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. Botanische Stoffe wie dieser stehen im Bewertungsverfahren der EU weiterhin "on hold", also zurückgestellt: Als die Behörden ab 2008 tausende eingereichte Angaben prüften, wurden viele Pflanzenextrakte vorerst nicht abschließend bewertet. Im EU-Register für nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben lässt sich das selbst nachschlagen. Solange dieser Status gilt, darf niemand Ashwagandha eine konkrete gesundheitliche Funktion zuschreiben, egal wie viele Studien es gibt.

Dazu kommt ein zweiter Punkt. Mehrere europäische Behörden haben Ashwagandha zuletzt einer Sicherheitsbewertung unterzogen. Die dänische Lebensmittelbehörde etwa riet 2020 nach einer Risikobewertung ihres nationalen Instituts zur Zurückhaltung, besonders bei Schwangeren und Stillenden. Aus diesem Grund gehen wir mit der Pflanze sachlich um und beschreiben, was sie ist und woher sie kommt, statt zu versprechen, was sie täte.

Wurzelpulver, Extrakt und Withanolide: worauf du achtest

Bei Ashwagandha gibt es zwei grundsätzliche Produktformen. Reines Wurzelpulver besteht aus fein vermahlener, getrockneter Wurzel; der Withanolid-Gehalt entspricht dem der Pflanze und wird nicht künstlich angehoben. Standardisierte Extrakte werden dagegen so aufbereitet, dass sie einen festen Withanolid-Anteil erreichen, meist als Prozentwert angegeben. Bekannte Marken-Extrakte wie KSM-66 oder Shoden nennen zum Beispiel einen Withanolid-Gehalt von rund 5 beziehungsweise 35 Prozent.

Beiges Ashwagandha-Wurzelpulver in einer Holzschale mit Holzlöffel

Unsere Bio Ashwagandha Kapseln setzen bewusst auf reines Wurzelpulver aus kontrolliert biologischem Anbau in Indien, ohne unnötige Zusätze. Welche Form die passende ist, hängt davon ab, ob du das ganze Wurzelspektrum oder einen hohen, standardisierten Withanolid-Anteil bevorzugst. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Kriterien sachlich ein.

Merkmal Reines Wurzelpulver Standardisierter Extrakt
Withanolid-Gehalt entspricht der Wurzel, nicht angehoben auf festen Prozentwert eingestellt
Verarbeitung getrocknet und fein vermahlen mit Lösungsmittel aufkonzentriert
Zutatenliste meist nur die Pflanze Extrakt, teils mit Trägerstoff
Menge pro Kapsel oft höher, z. B. 500 mg oft niedriger, z. B. 300 bis 600 mg
Kennzeichnung Herkunft und Bio-Status prüfen Prozentwert und Extraktverhältnis prüfen

"Standardisiert" heißt dabei, dass ein Hersteller einen festen Mindestgehalt an Withanoliden zusichert. Achte außerdem auf eine kurze Zutatenliste, eine nachvollziehbare Herkunft und, falls dir das wichtig ist, eine Bio-Zertifizierung sowie eine vegane Kapselhülle. In unserer Kategorie Shilajit & Ashwagandha findest du weitere pflanzliche Klassiker. Wer Pilze wie Lion's Mane oder Reishi spannend findet, liest unseren Überblick zu Vitalpilzen.

So wird Ashwagandha üblicherweise eingenommen

Ashwagandha kommt meist als Kapsel oder als loses Pulver auf den Markt. Bei reinem Wurzelpulver liegen die Tagesmengen der Anbieter grob zwischen 500 mg und wenigen Gramm, bei standardisierten Extrakten deutlich niedriger. Unsere Kapseln enthalten 500 mg Wurzelpulver pro Stück. Viele Menschen nehmen die Pflanze über mehrere Wochen hinweg und eher am Abend, weil sich die traditionelle Anwendung als abendliches Ritual eingebürgert hat. Das sind praktische Hinweise zur Handhabung, keine Gesundheitsempfehlung.

Ruhiges ayurvedisches Stillleben mit Tasse, Ashwagandha-Wurzeln und Blättern auf Naturstein

Ein paar Situationen sprechen für Zurückhaltung. In Schwangerschaft und Stillzeit, bei Themen mit der Schilddrüse, vor geplanten Operationen oder wenn du regelmäßig Medikamente nimmst, hol vor der Einnahme ärztlichen Rat ein. Das gilt für pflanzliche Nahrungsergänzung genauso wie für andere Präparate.

Häufige Fragen zu Ashwagandha

Wofür wird Ashwagandha verwendet?

Ashwagandha ist eine Pflanze aus der ayurvedischen Tradition, deren Wurzel dort seit über 2.000 Jahren genutzt wird. Heute wird sie in Europa als Nahrungsergänzungsmittel angeboten, meist als Kapsel oder Pulver. Gesundheitsbezogene Angaben sind für Ashwagandha in der EU nicht zugelassen, deshalb beschreiben seriöse Anbieter Herkunft und Inhaltsstoffe statt eines Nutzens.

Wie schnell macht sich Ashwagandha bemerkbar?

Dazu gibt es keine belastbare, EU-anerkannte Aussage. Weil für Ashwagandha keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen sind, lässt sich weder ein Zeitpunkt noch ein Effekt seriös versprechen. In Studien wurden standardisierte Extrakte oft über mehrere Wochen gegeben. Wer die Kapseln ausprobiert, betrachtet sie daher besser als längerfristige Ergänzung und nicht als schnelles Mittel.

Ist Ashwagandha ein Adaptogen?

In der Tradition und in Teilen der Forschung wird Ashwagandha zu den Adaptogenen gezählt, ein Begriff, den der Toxikologe Nikolai Lazarev 1947 prägte. "Adaptogen" ist allerdings keine von der EU anerkannte oder rechtlich definierte Kategorie. Die Bezeichnung beschreibt eine historische Einordnung der Pflanze, kein geprüftes Leistungsversprechen.

Ist Ashwagandha ein Nachtschattengewächs?

Ja. Withania somnifera gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und ist damit botanisch mit Tomate, Kartoffel und Paprika verwandt. Für Nahrungsergänzung wird fast ausschließlich die Wurzel verwendet, nicht die kleinen roten Früchte.

Worauf sollte man beim Kauf von Ashwagandha achten?

Sinnvoll ist ein Blick auf die Form (reines Wurzelpulver oder standardisierter Extrakt), die Menge pro Kapsel, eine kurze Zutatenliste und eine nachvollziehbare Herkunft. Wer Wert auf Bio und vegane Kapseln legt, prüft die entsprechenden Angaben. In Schwangerschaft und Stillzeit oder bei bestehenden Erkrankungen ist vorab ärztlicher Rat ratsam.

Quelle: NCCIH (US National Institutes of Health): Ashwagandha: Usefulness and Safety

Über den Autor

Kilian Lamothe, Geschäftsführer von Green Helpers. Mit Green Helpers bringt er vegane Nahrungsergänzung auf den Markt, die im Labor auf Reinheit und Gehalt geprüft wird. In den Beiträgen dieses Blogs erklärt er Inhaltsstoffe und Herkunft sachlich und hält sich bei gesundheitsbezogenen Aussagen streng an die geltenden Vorgaben.

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