Vitalpilze – natürliche Helfer im Trend
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Im Laufe der Jahre tauchen neue Ernährungstrends auf und beginnen, den Markt zu erobern. Einer dieser Trends sind derzeit Vitalpilze bzw. funktionale Pilze wie Lion's Mane, Reishi und Chaga. Wenn man sich jedoch mit der Geschichte dieser Pilze befasst, können sie nicht als Modeerscheinung angesehen werden. Denn obwohl sie in westlichen Ländern erst in jüngster Zeit anfangen, Aufmerksamkeit zu erregen, werden funktionale Pilze beispielsweise in Asien schon seit Jahrtausenden traditionell verwendet.
Was sind Vitalpilze bzw. funktionale Pilze?
Wenn Du den Begriff funktionaler Pilz hörst, sprechen die Leute nicht von den Champignons, die sie in ihrem örtlichen Lebensmittelgeschäft finden und kaufen können. Sie beziehen sich normalerweise auf die selteneren Pilze, die in dichten Wäldern, auf umgestürzten Baumstämmen oder sogar hoch oben auf dem Himalaya-Plateau wachsen. Viele dieser Pilzarten enthalten von Natur aus verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe und Nährstoffe. Sie werden in einigen Kulturen bereits seit Hunderten von Jahren traditionell verwendet. Ihre steigende Popularität ist nicht nur der Forschung der vergangenen Jahre zu verdanken, sondern auch der allgemein steigenden Nachfrage nach natürlichen Zutaten.
Was steckt in Vitalpilzen?
Funktionale Pilze bestehen frisch zu einem großen Teil aus Wasser. In getrockneter Form enthalten sie je nach Art Ballaststoffe – darunter Beta-Glucane –, Proteine, Vitamine und Mineralstoffe. Für Vitalpilze sind in der EU keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen; die folgenden Abschnitte beschreiben Herkunft, Verarbeitung und Tradition.
Vitalpilz-Pulver oder Extrakt: Wo liegt der Unterschied?
Das ist die Frage, an der sich beim Einkauf fast alles entscheidet – und sie hat nichts mit Marketing zu tun, sondern mit Verarbeitung.
Pulver: der ganze Pilz, nur getrocknet und gemahlen
Beim Pulver wird der getrocknete Pilz schlicht vermahlen. Es bleibt alles drin, was der Pilz mitbringt – inklusive der Zellwand aus Chitin. Ein Pulver ist damit das unverarbeitetste Produkt, das man bekommen kann, und es behält den typischen Eigengeschmack. Wichtig ist bei Pulvern nur eine Angabe: Fruchtkörper oder Myzel? Fruchtkörper ist der Pilz selbst, Myzel das Geflecht, das oft auf Getreidesubstrat gezogen wird – bei Myzelprodukten läuft dieses Substrat mit ins fertige Pulver. Wer vergleichen will, sucht auf dem Etikett nach dem Wort „Fruchtkörper“.
Extrakt: konzentriert, mit einem Verhältnis auf dem Etikett
Ein Extrakt entsteht, wenn die Pilzmasse mit einem Lösungsmittel ausgezogen und die Flüssigkeit anschließend eingedampft wird. Auf dem Etikett steht dafür ein Verhältnis wie 8:1 – das bedeutet: Aus 8 Kilogramm getrocknetem Ausgangsmaterial ist 1 Kilogramm Extrakt geworden. Je höher die erste Zahl, desto stärker konzentriert. Ohne diese Angabe ist ein Extrakt nicht bewertbar.
Heißwasser oder Dual-Extraktion
Bei der Heißwasser-Extraktion wird mit Wasser gearbeitet. Sie löst die wasserlöslichen Bestandteile, allen voran die Beta-Glucane, und ist das klassische Verfahren – traditionell wurden Reishi und Chaga schlicht als Sud aufgekocht.
Bei der Dual-Extraktion kommt ein zweiter Durchgang mit Alkohol hinzu. Damit werden zusätzlich die nicht wasserlöslichen Bestandteile erfasst, etwa Triterpene, wie sie für Reishi typisch sind. Beide Auszüge werden danach zusammengeführt. Ein Dual-Extrakt ist aufwendiger und entsprechend teurer.
Was passt wofür?
Pulver eignet sich, wenn der Pilz als Lebensmittel in Kaffee, Smoothie oder Speisen wandern soll und der Preis pro Gramm zählt. Extrakte sind kompakter dosierbar und geschmacklich neutraler, dafür aufwendiger hergestellt. Eine Faustregel für den Vergleich: Bei Pulver auf „Fruchtkörper“ und Bio-Zertifizierung achten, bei Extrakten auf das Extraktverhältnis und die Angabe des Verfahrens. Fehlt beides, fehlt die Vergleichsgrundlage.
Welche Pilze gelten als funktionale Pilze?
Bei dem umfangreichen Angebot an funktionalen Pilzen auf dem Markt kann es schwierig sein, sich zurechtzufinden. Aus diesem Grund haben wir eine Liste mit einigen der bekanntesten Pilze zusammengestellt:
Reishi
Reishi, in China auch Lingzhi genannt, ist seit über 2.000 Jahren ein fester Bestandteil der chinesischen Tradition und wurde nach Langlebigkeit und Spiritualität benannt. Reishi wird traditionell als Adaptogen eingeordnet – eine Kategorie in der Kräuterkunde. In der Überlieferung gehört Reishi zu den bekanntesten funktionalen Pilzen überhaupt.
Chaga
Chaga fällt vor allem durch seinen robusten Geschmack und seine dunkle Farbe auf – im Zweiten Weltkrieg wurde er sogar als Kaffeeration verwendet. Dieser Pilz braucht im Allgemeinen 15 bis 20 Jahre, um seine volle Reife zu erreichen.
Cordyceps
Cordyceps ist ein weiterer sehr beliebter Vitalpilz. Es handelt sich um einen parasitären Pilz, der auf einem lebenden Wirt wächst. Er wächst speziell auf dem Kopf einer Raupe im tibetischen Hochplateau. In China wird er seit Tausenden von Jahren traditionell verwendet und war früher vor allem königlichen und elitären Familien vorbehalten.
Löwenmähne (Lion's Mane)
Dieser Pilz hat seinen Namen von seinem mähnenähnlichen Aussehen. Löwenmähne wurde traditionell von buddhistischen Mönchen im Rahmen ihrer Meditation verwendet. Heute ist der Pilz vor allem bei allen beliebt, die sich für funktionale Pilze interessieren. Bei uns gibt es ihn als Bio Lion’s Mane Pulver aus dem Fruchtkörper.
Shiitake
Auch Shiitake wird seit langem in der Traditionellen Chinesischen Medizin verwendet. In der Küche wird er vor allem wegen seines kräftigen, umami-betonten Aromas geschätzt. Wie andere Speisepilze liefert er Proteine und damit auch Aminosäuren.
Wo sind diese Pilze zu finden?
Vielleicht hast du noch nie von den oben aufgeführten Pilzen gehört, aber Dank neuer Forschung finden diese Pilze gerade zunehmend ihren Weg in den Mainstream. Wenn du Interesse hast, diese Vitalpilze auszuprobieren, findest du sie in unserer Kategorie Bio Produkte.
Was ist der beste Weg, sie in die Ernährung zu integrieren?
Vitalpilze in die Ernährung zu integrieren ist gar nicht so schwer. Da viele dieser Pilze normalerweise nicht frisch in den Läden verkauft werden, ist die Nutzung von Pilzpulver oder Kapseln ein sehr bequemer Weg. Dabei sollte immer auf eine hohe Produktqualität geachtet werden. Wenn du dich für ein Pulver entscheidest, kannst du es zu Gerichten, Smoothies oder Proteinshakes hinzufügen. Viele rühren es auch einfach in ihren Kaffee oder Tee. Wenn dich der Adaptogen-Begriff genauer interessiert, lies den Beitrag Ashwagandha Wirkung: Was die Schlafbeere ist und was Studien zeigen.
Viel Spaß beim Ausprobieren!
So, jetzt weißt du, was funktionelle Pilze sind, welche Tradition hinter ihnen steckt, worin sich Pulver und Extrakt unterscheiden und wie sie sich in die Ernährung integrieren lassen. Für Vitalpilze sind in der EU keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen; die genannten Punkte beschreiben Herkunft, Verarbeitung und Tradition.
Über den Autor
Kilian Lamothe, Geschäftsführer von Green Helpers. Mit Green Helpers bringt er vegane Nahrungsergänzung auf den Markt, die im Labor auf Reinheit und Gehalt geprüft wird. In den Beiträgen dieses Blogs erklärt er Inhaltsstoffe und Herkunft sachlich und hält sich bei gesundheitsbezogenen Aussagen streng an die geltenden Vorgaben.