Maca: Woher die Andenknolle kommt und wie sie verwendet wird
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Kurze Antwort: Maca ist eine Kreuzblütlerpflanze aus den Hochanden Perus. Gegessen wird der verdickte Teil unter dem Laub, der aussieht wie ein zu groß geratenes Radieschen. Nach der Ernte trocknet er wochenlang im Freien und wird dann vermahlen. In der EU gilt die Knolle als traditionelles Lebensmittel, nicht als neuartiges.
Zu gesundheitlichen Wirkungen von Maca ist in der EU keine Angabe zugelassen. Was das rechtlich bedeutet, steht weiter unten.
Was Maca botanisch ist
Maca heißt wissenschaftlich Lepidium meyenii und gehört zu den Kreuzblütlern, also zur Familie von Radieschen, Kresse und Senf. Die Pflanze bildet eine flache Rosette, die dicht am Boden liegt. In der Wachstumsphase misst sie im Schnitt etwa 30 Zentimeter, zur Blüte wird sie deutlich größer.
Der Teil, um den es geht, sitzt darunter. Umgangssprachlich heißt er Wurzel, botanisch stimmt das nicht ganz. Es ist überwiegend ein verdicktes Hypokotyl, also der Stängelabschnitt unter den Keimblättern, verwachsen mit dem oberen Ende der Pfahlwurzel. Frisch geerntet ist er zehn bis vierzehn Zentimeter lang, innen perlweiß und marmoriert. Und er besteht zu rund 80 Prozent aus Wasser. Das erklärt den nächsten Schritt.
Wo Maca wächst
Das Kerngebiet ist die Meseta del Bombón, eine Hochebene in den peruanischen Departements Junín und Pasco. Für diese Region gibt es eine eigene peruanische Ursprungsbezeichnung. Angebaut wird dort zwischen 3.950 und 4.500 Metern über dem Meer.
Die Bedingungen dort sind entsprechend rau. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei vier bis sieben Grad, nachts sinkt sie auf bis zu minus zehn, dazu starker Wind und die Sonneneinstrahlung dieser Lagen. Die Böden sind von Natur aus nährstoffarm, bewässert wird nicht. Ausgesät wird zwischen September und November. Bis die Knolle erntereif ist, vergehen acht bis neun Monate. Für Saatgut braucht es sogar eine zweite Saison, denn Maca ist zweijährig.
Inzwischen wächst Maca auch in anderen Andenregionen Perus. Unser Pulver stammt aus Piura im Norden des Landes, wo die Anbaulagen tiefer liegen und das Klima milder ist.
Von der Knolle zum Pulver
Nach der Ernte bleiben die Knollen im Freien liegen und trocknen in der Sonne, je nach Betrieb einige Wochen bis rund zwei Monate. Aus einem Stück, das zu vier Fünfteln aus Wasser bestand, wird dabei ein steinhartes, geschrumpftes Gebilde, das sich in Säcken jahrelang lagern lässt.
Erst danach wird gemahlen. Wichtig ist der Unterschied zum Extrakt: Beim Pulver wird nichts herausgelöst und nichts konzentriert, es ist die vermahlene Knolle. Wie sich Pulver und Extrakt grundsätzlich unterscheiden, haben wir am Beispiel der Vitalpilze ausführlicher aufgeschrieben.
Im Handel begegnet dir außerdem der Begriff „gelatiniert“. Mit Gelatine hat er nichts zu tun. Gemeint ist ein Extrusionsverfahren: Das Pulver wird kurz unter Druck, Hitze und Feuchtigkeit behandelt, wodurch die Stärke aufgeschlossen wird. Es löst sich danach leichter. Ein verbreitetes Missverständnis dazu: Die Stärke wird nicht entfernt, nur umgewandelt.
Gelb, rot und schwarz
Im Ursprungsgebiet werden sechs Farben unterschieden: gelb, cremefarben, violett, hellviolett (im Handel meist „rot“ genannt), schwarz und anthrazitgrau. Das sind keine verschiedenen Arten und keine gezüchteten Sorten, sondern Farbvarianten derselben Pflanze, die nebeneinander auf demselben Feld wachsen.
Das Pigment sitzt dabei nur in den äußeren Zellschichten. Schneidet man eine rote oder schwarze Knolle auf, ist sie innen hell. Auf der Packung steht meist eine Mischung. Unser Bio Maca Pulver besteht aus 50 Prozent gelbem, 25 Prozent rotem und 25 Prozent schwarzem Maca.
Maca in der Küche
In Peru ist Maca ein Lebensmittel und kein Ergänzungsmittel. Traditionell werden die getrockneten Knollen in Wasser oder Milch gekocht, bis daraus etwas Weiches, Trinkbares wird. Außerdem dient das Mehl zum Backen von Brot und Gebäck.
Beim Geschmack gehen die Beschreibungen auseinander. Wir beschreiben ihn als malzig-nussig. Die amtliche Sortenbeschreibung nennt dagegen einen süßlichen Geschmack, der von den enthaltenen Zuckern kommt, und einen kräftigen Geruch. Der ist typisch für Kreuzblütler, man kennt ihn von Senf und Kresse. Ehrlich gesagt: Pur in Wasser eingerührt schmeckt Maca den wenigsten.
Üblich sind ein bis drei Teelöffel am Tag in Smoothie, Porridge, Joghurt oder Kaffee, beim Backen funktioniert es ebenfalls. Eine amtlich festgelegte Verzehrmenge gibt es für Maca nicht; was auf der Packung steht, sollte nicht überschritten werden. Aufbewahrt wird kühl, trocken und dunkel.
Woran du beim Kauf Qualität erkennst
Maca-Pulver sieht in jeder Tüte gleich aus. Unterscheiden lässt es sich nur über die Angaben auf der Packung. Vier davon lohnen einen Blick:
- Zutatenliste: nur Maca, oder auch Füllstoffe, Trennmittel und Aromen? Bei reinem Wurzelpulver ist die Liste eine Zeile lang.
- Pulver oder Extrakt: Beides ist legitim, aber nicht dasselbe. Ein Extrakt mit Verhältnisangabe wie 10:1 ist etwas anderes als gemahlene Knolle.
- Herkunft: ein konkretes Anbaugebiet oder nur „Südamerika“? Bei uns ist Piura im Norden Perus angegeben.
- Bio-Zertifizierung: Das EU-Bio-Logo und die Öko-Kontrollstellennummer sind nachprüfbar, ein grünes Blatt im Firmenlogo ist es nicht. Was hinter den Siegeln steckt, erklären wir im Beitrag über das EU-Bio-Logo und die DE-ÖKO-Nummer.
Selten gelesen, aber aufschlussreich sind die Nährwerte. Bei unserem Pulver sind es je 100 Gramm 330 kcal, 61,5 Gramm Kohlenhydrate mit 36,6 Gramm Zucker, 15,1 Gramm Ballaststoffe, 11,9 Gramm Eiweiß und 0,7 Gramm Fett. Der Zuckeranteil überrascht viele; er stammt aus der Knolle selbst, zugesetzt ist nichts.
Was in der EU über Maca gesagt werden darf
Zwei Dinge werden hier oft vermischt: ob Maca verkauft werden darf, und was man dazu sagen darf.
Verkaufen: ja. Im Novel-Food-Katalog der EU-Kommission ist Lepidium meyenii als „not novel in food“ geführt, weil das Erzeugnis schon vor dem 15. Mai 1997 in nennenswertem Umfang in der Union verzehrt wurde. Bindend ist der Katalog nicht, er gibt die abgestimmte Einschätzung der Mitgliedstaaten wieder. Der Eintrag bezieht sich ausdrücklich auf die Knollen, für Extrakte gilt er nicht.
Werben: kaum. Gesundheitsbezogene Angaben sind nur erlaubt, wenn sie geprüft und im exakten Wortlaut zugelassen sind. Die Rahmenregel ist die Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, die Liste steht in der Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Maca kommt dort nicht vor, weder als zugelassene noch als geprüft abgelehnte Angabe: Anträge zu pflanzlichen Stoffen hat die Kommission vor Jahren zurückgestellt. Der Europäische Gerichtshof hat im April 2025 klargestellt (Rechtssache C-386/23), dass in dieser Lage auch allgemein gehaltene, unspezifische gesundheitsbezogene Aussagen unzulässig sind.
Auf unserer Produktseite steht deshalb, woher die Knolle kommt, wie sie verarbeitet wurde, was drin ist und wie du sie verwendest. Also das, was sich nachprüfen lässt.
Häufige Fragen zu Maca
Was ist Maca?
Maca ist eine Kreuzblütlerpflanze aus den Hochanden Perus, botanisch Lepidium meyenii. Verwendet wird das verdickte Speicherorgan unter dem Laub, überwiegend ein Hypokotyl und keine reine Wurzel. Nach der Ernte wird es getrocknet und vermahlen.
Wo wächst Maca?
In den Hochanden Perus. Kerngebiet ist die Meseta del Bombón in den Departements Junín und Pasco, auf 3.950 bis 4.500 Metern über dem Meer, mit einer eigenen peruanischen Ursprungsbezeichnung. Maca wächst inzwischen auch in anderen Andenregionen. Unser Pulver stammt aus Piura im Norden Perus.
Wie schmeckt Maca-Pulver?
Häufig genannt werden malzig und nussig mit erdiger Note. Die amtliche Sortenbeschreibung nennt einen süßlichen Geschmack durch die enthaltenen Zucker und einen kräftigen Geruch, typisch für Kreuzblütler. In Kaffee oder Porridge fällt das kaum auf, pur in Wasser deutlich.
Was bedeutet gelatinierte Maca?
Ein Verarbeitungsschritt, kein Zusatz. Das Pulver wird kurz unter Druck, Hitze und Feuchtigkeit extrudiert, wodurch die Stärke aufgeschlossen wird und sich leichter löst. Mit Gelatine hat der Begriff nichts zu tun, und die Stärke wird nicht entfernt, sondern umgewandelt.
Was ist der Unterschied zwischen gelbem, rotem und schwarzem Maca?
Es sind Farbvarianten derselben Pflanze, keine verschiedenen Arten. Im Ursprungsgebiet werden sechs Farben unterschieden: gelb, cremefarben, violett, das im Handel „rot“ genannte Hellviolett, schwarz und anthrazitgrau. Das Pigment sitzt nur in den äußeren Zellschichten, innen sind die Knollen hell.
Ist Maca in der EU als Lebensmittel zugelassen?
Ja. Im Novel-Food-Katalog der EU-Kommission ist Lepidium meyenii als „not novel in food“ geführt, weil das Erzeugnis schon vor dem 15. Mai 1997 in nennenswertem Umfang in der Union verzehrt wurde. Bindend ist der Katalog nicht, er gibt die abgestimmte Einschätzung der Mitgliedstaaten wieder. Der Eintrag gilt für die Knollen, nicht für Extrakte. Davon zu trennen ist die Werbung: Für Maca ist keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen.
Weitere Wurzel- und Pflanzenpulver aus kontrolliert biologischem Anbau findest du in unserer Kategorie Bio Produkte.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.
Über den Autor
Kilian Lamothe, Geschäftsführer von Green Helpers. Mit Green Helpers bringt er vegane Nahrungsergänzung auf den Markt, die im Labor auf Reinheit und Gehalt geprüft wird. In den Beiträgen dieses Blogs erklärt er Inhaltsstoffe und Herkunft sachlich und hält sich bei gesundheitsbezogenen Aussagen streng an die geltenden Vorgaben.