Green Helpers Bio-Produkte vor grünem Blatt

Bio-Siegel erklärt: EU-Bio-Logo, DE-ÖKO-Nummer und was sie garantieren

Kurze Antwort: Das EU-Bio-Logo, das grüne Blatt aus weißen Sternen, darf nur auf Lebensmitteln stehen, deren Erzeugung und Verarbeitung nach der Verordnung (EU) 2018/848 kontrolliert wurde. Mindestens 95 Prozent der landwirtschaftlichen Zutaten müssen dafür aus ökologischem Anbau stammen. Direkt unter dem Logo stehen zwei Pflichtangaben, die mehr verraten als das Logo selbst: die Codenummer der Kontrollstelle und die Herkunft der Rohstoffe.

Auf dem Bio Kurkuma Pulver und den Bio Ashwagandha Kapseln steht die Nummer DE-ÖKO-006. Was dahintersteckt und was das Siegel garantiert, steht hier.

Das EU-Bio-Logo: seit wann es Pflicht ist

Seit dem 1. Juli 2010 muss jedes vorverpackte Bio-Lebensmittel, das in der EU erzeugt wurde, das EU-Bio-Logo tragen. Es ist also kein freiwilliger Marketing-Zusatz, sondern eine Kennzeichnungspflicht. Wer in der EU „bio“ oder „öko“ auf die Verpackung schreibt, muss zertifiziert sein. Das Logo selbst ist Pflicht für vorverpackte Ware aus EU-Erzeugung; bei loser Ware und bei Importen aus Drittländern darf es freiwillig verwendet werden.

Die rechtliche Grundlage hat 2022 gewechselt. Bis Ende 2021 galt die Verordnung (EG) Nr. 834/2007, seit dem 1. Januar 2022 gilt die Verordnung (EU) 2018/848. Sie regelt Anbau, Verarbeitung, Import und Kennzeichnung.

Und ja, Nahrungsergänzungsmittel fallen darunter, sobald sie aus landwirtschaftlichen Rohstoffen bestehen. Ein Wurzelpulver ist im Sinne des Bio-Rechts ein verarbeitetes Lebensmittel wie Mehl oder Tee. Rein mineralische oder synthetisch hergestellte Nährstoffe können dagegen kein Bio-Logo tragen, weil sie nicht aus der Landwirtschaft kommen. Deshalb ist unser Magnesium kein Bio-Produkt.

Was die Nummer DE-ÖKO-006 verrät

Die Codenummer unter dem Logo ist der interessanteste Teil der Kennzeichnung, und sie wird selten beachtet. Sie ist dreiteilig aufgebaut:

  • DE steht für das Land, in dem die Kontrolle stattfindet, hier Deutschland.
  • ÖKO ist der Begriff, der in der jeweiligen Landessprache für ökologischen Landbau steht.
  • 006 ist die feste Kennziffer einer bestimmten Kontrollstelle. Die 006 gehört der ABCERT AG mit Sitz in Esslingen.

In Deutschland gibt es rund zwei Dutzend zugelassene Öko-Kontrollstellen, jede mit eigener Nummer. Die Liste führt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Du kannst eine Nummer also nachschlagen und siehst dann, wer das Unternehmen tatsächlich geprüft hat. Das ist der Unterschied zu einem selbst entworfenen Qualitätsemblem: Hinter der Codenummer steht ein benennbarer Dritter, der selbst überwacht wird und seine Zulassung verlieren kann.

Kontrolliert wird nach einem festen Rhythmus. Die Einhaltung der Vorgaben wird mindestens einmal jährlich überprüft, dazu kommt in aller Regel eine körperliche Kontrolle vor Ort. Nur wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, darf der Abstand zwischen zwei Vor-Ort-Kontrollen auf höchstens 24 Monate wachsen. Dazu kommen unangekündigte Besuche und Probenahmen.

Die 95-Prozent-Regel

Ein häufiges Missverständnis: Bio heißt nicht automatisch 100 Prozent. Für das EU-Bio-Logo müssen mindestens 95 Prozent der landwirtschaftlichen Zutaten aus ökologischem Anbau stammen. Die restlichen 5 Prozent dürfen konventionell sein, aber nur, wenn sie in Anhang V Teil B der Durchführungsverordnung (EU) 2021/1165 gelistet sind. Für eine nicht gelistete Zutat braucht es eine befristete Einzelgenehmigung der zuständigen Behörde, und die gibt es nur, wenn die Zutat in Bio-Qualität nicht verfügbar ist.

Zwei Dinge zählen bei dieser Rechnung nicht mit: zugesetztes Wasser und Speisesalz. Und Zusatzstoffe oder Verarbeitungshilfsstoffe sind nicht frei wählbar, sondern auf Teil A desselben Anhangs beschränkt.

Bei einem sortenreinen Pulver spielt die Grenze praktisch keine Rolle, weil es nur eine Zutat gibt. Interessant wird sie bei Mischungen. Dort trägt in der Zutatenliste jede Bio-Zutat ein Sternchen mit der Fußnote „aus ökologischer Landwirtschaft“.

Die Herkunftsangabe unter dem Logo

Direkt unter der Codenummer steht, woher die landwirtschaftlichen Rohstoffe kommen. Drei Angaben sind möglich:

  • EU-Landwirtschaft, wenn die Rohstoffe aus der EU stammen.
  • Nicht-EU-Landwirtschaft, wenn sie von außerhalb kommen.
  • EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft bei gemischter Herkunft.

Stammen praktisch alle Rohstoffe aus einem einzigen Land, darf dieses Land genannt werden, etwa „Deutsche Landwirtschaft“. Bei Pflanzen wie Kurkuma oder Ashwagandha steht dort fast immer „Nicht-EU-Landwirtschaft“, und das ist keine Schwäche des Produkts. Beide wachsen schlicht nicht in Mitteleuropa. Eine EU-Herkunft wäre bei diesen Wurzeln erklärungsbedürftig.

Deutsches Bio-Siegel und Verbandssiegel

Neben dem EU-Logo siehst du oft das sechseckige deutsche Bio-Siegel. Es wurde 2001 eingeführt, ist freiwillig und hat dieselben inhaltlichen Anforderungen wie das EU-Logo. Seit das EU-Logo Pflicht ist, ist es vor allem ein Wiedererkennungszeichen und kein zusätzlicher Standard.

Anders bei den Verbandssiegeln wie Bioland, Naturland oder Demeter. Die Verbände setzen eigene Regeln, die über die EU-Mindestanforderungen hinausgehen, etwa bei der Betriebsumstellung, beim Tierbesatz oder bei der Zahl erlaubter Zusatzstoffe. Ein Verbandssiegel ist damit strenger, ein deutsches Bio-Siegel nicht.

Was ein Bio-Siegel nicht aussagt

Jetzt der Teil, der auf Verpackungen selten steht. Bio ist eine Aussage über die Erzeugungsweise, nicht über die Zusammensetzung des fertigen Produkts. Konkret heißt das:

Ein Bio-Siegel sagt nichts über den Gehalt an Schwermetallen, Mikrobiologie oder Verunreinigungen aus. Grenzwerte dafür stehen im allgemeinen Lebensmittelrecht, nicht in der Öko-Verordnung, und werden über Laboranalysen geprüft. Willst du wissen, was in einer bestimmten Charge steckt, brauchst du ein Analysenzertifikat, kein Logo. Ein Bio-Siegel sagt außerdem nichts über die Wirkung eines Lebensmittels. Gesundheitsbezogene Aussagen sind ein getrenntes Rechtsgebiet, geregelt in der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 und der Verordnung (EU) Nr. 432/2012. „Bio“ ist dort kein Argument.

Und es sagt nichts über die Menge. Ein Pulver kann einwandfrei zertifiziert und trotzdem sehr niedrig dosiert sein. Wie viel pro Tagesportion drin ist, steht in der Nährwerttabelle auf der Rückseite, nicht auf dem Siegel.

Worauf du beim Kauf achten kannst

Vier Dinge, die du direkt am Regal prüfen kannst. Erstens: Ist das EU-Bio-Logo überhaupt da, oder steht nur irgendwo das Wort „natürlich“? Zweitens: Steht darunter eine vollständige Codenummer, oder nur ein Fantasie-Emblem? Die Herkunftsangabe sollte drittens zur Pflanze passen. Und viertens gehört die Menge pro Tagesportion in Gramm oder Milligramm auf die Packung, nicht nur als Prozentwert von irgendwas.

Unsere Bio-Artikel stehen gesammelt in der Kategorie Bio-Produkte, darunter die Bio Ashwagandha Kapseln und das Bio Kurkuma Pulver. Bei diesen beiden findest du Codenummer und Herkunftsangabe in den Produktangaben.

Häufige Fragen zu Bio-Siegeln

Was bedeutet das EU-Bio-Logo?

Es zeigt an, dass ein Lebensmittel nach der Verordnung (EU) 2018/848 erzeugt und kontrolliert wurde. Für vorverpackte Bio-Lebensmittel aus der EU ist es seit dem 1. Juli 2010 Pflicht. Mindestens 95 Prozent der landwirtschaftlichen Zutaten müssen aus ökologischem Anbau stammen.

Wofür steht die Nummer DE-ÖKO-006?

DE steht für das Kontrollland Deutschland, ÖKO für ökologischen Landbau und 006 für die konkrete Kontrollstelle. Die 006 ist der ABCERT AG in Esslingen zugeordnet. Die vollständige Liste der zugelassenen deutschen Öko-Kontrollstellen führt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

Müssen Bio-Produkte zu 100 Prozent aus Bio-Zutaten bestehen?

Nein. Für das EU-Bio-Logo genügen 95 Prozent der landwirtschaftlichen Zutaten. Die übrigen 5 Prozent dürfen konventionell sein, aber nur, wenn sie in Anhang V Teil B der Durchführungsverordnung (EU) 2021/1165 gelistet sind. Zugesetztes Wasser und Salz zählen bei dieser Berechnung nicht mit.

Was bedeutet „Nicht-EU-Landwirtschaft“ unter dem Bio-Logo?

Dass die landwirtschaftlichen Rohstoffe von außerhalb der EU stammen. Bei tropischen und subtropischen Pflanzen wie Kurkuma oder Ashwagandha ist das der Normalfall, weil sie in Mitteleuropa nicht wachsen. Die Angabe beschreibt die Herkunft, nicht die Qualität der Kontrolle: Auch importierte Bio-Ware muss den EU-Vorgaben entsprechen.

Ist das deutsche Bio-Siegel strenger als das EU-Bio-Logo?

Nein. Das sechseckige deutsche Bio-Siegel wurde 2001 eingeführt, ist freiwillig und stellt inhaltlich dieselben Anforderungen wie das EU-Logo. Strenger sind dagegen Verbandssiegel wie Bioland, Naturland oder Demeter, die eigene Regeln oberhalb der EU-Mindestanforderungen festlegen.

Sagt ein Bio-Siegel etwas über Schwermetalle aus?

Nein. Die EU-Öko-Verordnung regelt die Erzeugungs- und Verarbeitungsweise, nicht die Gehalte im fertigen Erzeugnis. Grenzwerte für Schwermetalle und andere Kontaminanten stehen im allgemeinen Lebensmittelrecht und werden über Laboranalysen geprüft. Wer Werte für eine bestimmte Charge sehen will, braucht ein Analysenzertifikat.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.

Über den Autor

Kilian Lamothe, Geschäftsführer von Green Helpers. Mit Green Helpers bringt er vegane Nahrungsergänzung auf den Markt. In den Beiträgen dieses Blogs erklärt er Inhaltsstoffe, Herkunft und Kennzeichnung sachlich und hält sich bei gesundheitsbezogenen Aussagen streng an die geltenden Vorgaben.

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