Resveratrol Wirkung: Das Polyphenol aus der Weintraube (Studienlage)
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Resveratrol ist ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Polyphenole, den die Weinrebe vor allem in der Beerenhaut bildet. Rund um seine Wirkung kursieren viele Versprechen, doch der rechtliche Rahmen ist eindeutig: In der EU sind für Resveratrol bislang keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen. Was der Stoff chemisch ist, woher er stammt und wie der Körper ihn aufnimmt, lässt sich trotzdem sachlich beschreiben.
Was ist Resveratrol?
Resveratrol ist ein Polyphenol, genauer ein Stilbenoid mit der chemischen Bezeichnung 3,5,4′-Trihydroxystilben und der Summenformel C14H12O3. Pflanzen bilden es als sogenanntes Phytoalexin, also als Abwehrstoff gegen Pilzbefall, UV-Stress und Verletzungen. Bei der Weintraube sitzt der größte Teil in der Schale, kaum im Fruchtfleisch.
Chemisch gehört der Stoff zur kleinen Familie der Stilbene, die ein charakteristisches Gerüst aus zwei über eine Doppelbindung verbundenen Ringen tragen. Nah verwandt sind Piceatannol und Pterostilben, die in denselben Pflanzen vorkommen. Für die Praxis zählt vor allem eine Eigenschaft: Resveratrol löst sich schlecht in Wasser, besser in Fett und Alkohol. Das ist einer der Gründe, warum es überhaupt Thema in Verbindung mit Wein wurde.
Isoliert wurde die Substanz zum ersten Mal 1939 vom japanischen Wissenschaftler Michio Takaoka, damals aus der Weißen Nieswurz (Veratrum grandiflorum). Der Name leitet sich von dieser Pflanzengattung ab. Eine ausführliche stoffliche Einordnung findet sich im Wikipedia-Artikel zu Resveratrol.
Trans-Resveratrol und cis-Resveratrol
Resveratrol kommt in zwei räumlichen Anordnungen vor: als trans- und als cis-Isomer. Die trans-Form ist die stabilere Variante und diejenige, die in Nahrungsergänzungsmitteln verarbeitet wird. Deshalb steht auf hochwertigen Präparaten meist ausdrücklich „Trans-Resveratrol“. So ist es auch bei unseren Resveratrol Kapseln (Trans-Resveratrol) angegeben.
Der Unterschied ist keine Spitzfindigkeit für Chemiker. UV-Licht kann trans-Resveratrol in die cis-Form umlagern, weshalb Extrakte dunkel und trocken gelagert werden. Wer eine Dose im Sonnenlicht auf der Fensterbank stehen lässt, arbeitet gegen die Haltbarkeit des Wertstoffs.
Wo steckt Resveratrol drin?
Die höchsten Gehalte liefert nicht die Traube, sondern die Wurzel des Japanischen Staudenknöterichs (Polygonum cuspidatum). Aus ihr wird der Großteil der handelsüblichen Extrakte gewonnen. In Lebensmitteln finden sich meist nur kleine Mengen, die zudem stark schwanken.
| Quelle | Einordnung |
|---|---|
| Japanischer Staudenknöterich (Polygonum cuspidatum) | Wurzel; wichtigste Rohstoffquelle für Extrakte und Kapseln |
| Rote Weintrauben | Vor allem in der Beerenhaut, kaum im Fruchtfleisch |
| Rotwein | Meist nur wenige Milligramm pro Liter, je nach Rebsorte und Herstellung |
| Erdnüsse | Geringe Mengen, in gekeimter Form etwas höher |
| Heidel- und Preiselbeeren | Nur Spuren |
| Dunkle Schokolade, Kakao | Nur Spuren |
Kommerzielle Extrakte werden meist auf einen festen Gehalt standardisiert, häufig auf 98 oder 99 Prozent Trans-Resveratrol. Diese Zahl beschreibt die Reinheit des Extrakts, nicht eine Tagesmenge. Aussagekräftiger ist deshalb die Milligramm-Angabe pro Kapsel. Eine Übersicht über unsere Polyphenol-Produkte gibt es in der Kategorie Resveratrol & OPC.
Bekannt wurde der Stoff vor allem als Bestandteil von Rotwein und über eine vieldiskutierte Ernährungsbeobachtung, die Forschende seit den 1990er-Jahren beschäftigt. Aus dem Gehalt in einem Glas Wein lässt sich allerdings keine sinnvolle Menge ableiten: Die Konzentrationen sind niedrig und schwanken von Flasche zu Flasche. Zum zweiten Traubenpolyphenol aus derselben Frucht gibt es einen eigenen Beitrag: OPC Wirkung: Traubenkernextrakt.
Was ist über die Wirkung von Resveratrol bekannt?
Ehrlich beantwortet: Für Resveratrol sind in der Europäischen Union derzeit keine gesundheitsbezogenen Angaben (Health Claims) zugelassen. Ein Anbieter darf dem Stoff also weder eine bestimmte Wirkung auf Organe oder Körperfunktionen noch einen gesundheitlichen Nutzen zuschreiben. Das gilt auch dann, wenn im Internet anderes behauptet wird.
Der Grund liegt in der europäischen Health-Claims-Verordnung (EG Nr. 1924/2006). Sie erlaubt nur Aussagen, die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geprüft und anschließend zugelassen wurden. Welche Angaben das sind, steht öffentlich im EU-Register der gesundheitsbezogenen Angaben. Für Resveratrol findet sich dort kein zugelassener Eintrag.
Das heißt nicht, dass der Stoff uninteressant wäre. Resveratrol ist Gegenstand zahlreicher Laboruntersuchungen. Zwischen einem Forschungsthema und einer für Menschen zugelassenen Aussage über den Nutzen liegt allerdings ein großer Schritt, den die Behörden bewusst hoch ansetzen.
Anders sieht es bei manchen Vitaminen und Mineralstoffen aus. Für Nährstoffe wie Magnesium oder Vitamin B12 hat die EU dagegen bestimmte Angaben zugelassen, etwa zur normalen Muskelfunktion oder zur Verringerung von Müdigkeit. Solche Sätze beruhen auf geprüften Nährstoff-Claims. Bei einem Pflanzenstoff wie Resveratrol gibt es diese Grundlage bislang nicht, deshalb bleibt eine seriöse Beschreibung bei den Fakten statt bei Versprechen.
Wie verarbeitet der Körper Resveratrol?
Unabhängig von der Frage nach dem Nutzen lässt sich der Weg des Stoffes durch den Körper beschreiben, denn das ist gut untersuchte Pharmakokinetik. Trans-Resveratrol wird im Dünndarm zwar rasch aufgenommen, danach aber sofort chemisch umgebaut.
Leber und Darmwand verbinden das Molekül binnen Minuten mit Glucuronsäure und Sulfat. Eine viel zitierte Untersuchung von Walle und Kollegen aus dem Jahr 2004 beschreibt, dass zwar ein großer Teil einer oral aufgenommenen Menge resorbiert wird, im Blut aber fast nur diese Umbauprodukte ankommen und kaum noch freies Resveratrol messbar ist.
Fachleute sprechen hier von einem ausgeprägten First-Pass-Effekt: Der Stoff passiert Darmwand und Leber, bevor er den übrigen Kreislauf erreicht, und wird dabei zum großen Teil bereits verändert. Genau diese schnelle Verstoffwechselung ist der Grund, warum sich Hersteller so intensiv mit der Aufnahme (Bioverfügbarkeit) beschäftigen. Manche kombinieren Resveratrol mit anderen Pflanzenstoffen oder setzen auf besondere Formulierungen. Ob das im Menschen tatsächlich etwas ändert, ist eine Frage der Datenlage, nicht der Werbeaussage.
Resveratrol als Nahrungsergänzung: worauf achten?
Beim Kauf lohnt der Blick auf drei nüchterne Punkte. Erstens die deklarierte Menge an Trans-Resveratrol pro Kapsel, nicht nur der Extrakt-Anteil. Zweitens die Rohstoffquelle, üblich ist Extrakt aus dem Japanischen Staudenknöterich. Drittens die Prüfung: Eine Laboranalyse auf Gehalt und Reinheit sagt mehr aus als ein hoher Prozentwert auf der Vorderseite.
Auch die Kapselhülle verdient einen Blick. Wer sich vegan ernährt, achtet auf eine pflanzliche Hülle, etwa aus Cellulose, statt auf Gelatine. Ein Analysezertifikat, das Gehalt und Reinheit einer Charge belegt, ist ein gutes Zeichen für sauberes Arbeiten.
Unsere Trans-Resveratrol Kapseln sind vegan und werden laborgeprüft. Wer sich für pflanzliche Polyphenole aus der Weintraube interessiert, findet mit OPC aus Traubenkernextrakt einen verwandten Stoff aus demselben Rohstoff. Weitere pflanzliche Vitalstoffe stehen in der Kategorie Superfoods & Vitalstoffe. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine abwechslungsreiche Ernährung; halten Sie sich an die auf der Packung angegebene Verzehrmenge.
Häufige Fragen zu Resveratrol
Was ist Resveratrol?
Resveratrol ist ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Polyphenole, chemisch ein Stilbenoid (3,5,4′-Trihydroxystilben). Pflanzen wie die Weinrebe bilden ihn als Abwehrstoff, überwiegend in der Beerenhaut. In Nahrungsergänzung wird meist Extrakt aus dem Japanischen Staudenknöterich verarbeitet.
Was ist über die Wirkung von Resveratrol bekannt?
Für Resveratrol sind in der EU keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen. Ein Hersteller darf dem Stoff deshalb keine konkrete Wirkung auf Gesundheit, Organe oder Körperfunktionen zuschreiben. Seriöse Informationen beschränken sich auf nachprüfbare Fakten zu Herkunft, Chemie und Aufnahme im Körper.
Wie verarbeitet der Körper Resveratrol?
Beschreiben lässt sich der pharmakokinetische Weg: Trans-Resveratrol wird im Darm rasch aufgenommen, dann aber sehr schnell mit Glucuronsäure und Sulfat verbunden. Im Blut sind daher vor allem diese Umbauprodukte und kaum freies Resveratrol messbar. Aussagen zu einem gesundheitlichen Nutzen sind damit nicht verbunden.
Was ist der Unterschied zwischen Trans-Resveratrol und Resveratrol?
„Resveratrol“ ist der Oberbegriff für den Stoff, der als trans- und als cis-Isomer vorliegt. Trans-Resveratrol ist die stabilere Form und die in Präparaten übliche Variante. UV-Licht kann die trans- in die cis-Form umwandeln, weshalb Extrakte dunkel und trocken gelagert werden.
Ist Resveratrol dasselbe wie OPC?
Nein. Beide sind Polyphenole aus der Weintraube, gehören aber zu verschiedenen Stoffklassen. Resveratrol ist ein Stilbenoid aus der Beerenhaut, OPC (oligomere Proanthocyanidine) stammt vor allem aus den Traubenkernen. Auch für OPC sind in der EU keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen.
Ist Resveratrol vegan?
Extrakte aus Weintraube oder Japanischem Staudenknöterich sind rein pflanzlich. Ob ein fertiges Produkt vegan ist, hängt zusätzlich von der Kapselhülle ab. Unsere Trans-Resveratrol Kapseln nutzen eine pflanzliche Hülle und sind vegan.
Über den Autor: Kilian Lamothe ist Geschäftsführer von Green Helpers. Das Unternehmen entwickelt vegane, laborgeprüfte Nahrungsergänzungsmittel. In seinen Beiträgen beschreibt er Inhaltsstoffe sachlich und hält sich strikt an die geltenden Vorgaben zu gesundheitsbezogenen Angaben. Wo für einen Stoff keine Health Claims zugelassen sind, benennt er das offen, statt Effekte zu versprechen.